Samstag, 20. Januar 2001

Sehnsucht nach Sandin


Hubertus von Saatlow lebt seit dem Unfalltod seiner Eltern in einer von tiefer Sympathie getragenen "Wohngemeinschaft" mit seinem Großvater "Hupa". Anders als der alte Graf hat der junge Adlige mit der abenteuerlichen 500-jährigen Geschichte seines Geschlechts abgeschlossen. Hubertus plant seine Verlobung mit der Modedesignerin Veronika und hofft auf eine Karriere in der Wirtschaft. Doch seine neue Aufgabe bei dem Konzern VMG Global wirft ihn aus dem Gleis.
Der Firmenchef Walter Berentzen (Hans Teuscher) ist auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie für ein Schulungszentrum und schickt Hubertus (Christian Kahrmann) nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort stolpert der Letzte derer von Saatlow buchstäblich in seine adlige Vergangenheit hinein.
Das malerische, an einem See gelegene Schloss Sandin war nach Kriegsende enteignet worden - ein traumatisches Erlebnis für Hubertus' Großvater (Günther Schramm) - und steht jetzt zum Verkauf. Obwohl sie aus eigenen Mitteln nur die Hälfte des Preises aufbieten können, entschließen sich die Saatlows, Sandin wieder in ihren Besitz zu bringen. Kompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass Hubertus sich zunehmend zu seiner schönen, auf charmante Art schusseligen Kollegin Anne Berentzen (Alexandra Kamp) hingezogen fühlt. Anne scheint, anders als die mondäne Veronika (Katja Woywood), Hubertus' Traum von einem Neubeginn in den geschichtsträchtigen Mauern zu teilen, und plant mit ihm ein modernes Erholungszentrum auf Sandin. Doch die junge Frau ist nicht die, die sie zu sein vorgibt.

Spielfilm Deutschland 2001

Regie: Karin Hercher
Drehbuch: Astrid Meyer-Gossler
Musik: Hans Günter Wagener
Kamera: Michael Faust

Darsteller: Christian Kahrmann - Hubertus Graf von Saatlow, Alexandra Kamp - Anne Behrens, Günther Schramm - Graf Hubertus Friedrich, "Hupa", Rolf Illig - Friedrich Lütjohann, Katja Woywood - Veronika von Hitzfeld, Hans Teuscher - Walter Berentzen, Christian von Richthofen - Johann Graf von Block u.a.

Gedreht wurde im August/September 2001 in Hamburg, auf Schloss Bothmer (Schloss Sandin) und Schlossgut Hasselburg (Sophienthal). Das Schloss Bothmer befindet sich in Klütz in Mecklenburg-Vorpommern, das Schlossgut Hasselburg in Neustadt/Holstein.

Foto: ARD

Freitag, 10. November 2000

Der schwarze Spiegel

Utta Danella - Der schwarze Spiegel


Der verwitwete Unternehmer Karl Ravinski (Peter Bongartz) will die Zukunft seiner Küchenmöbelfabrik durch die Fusion mit einer mallorquinischen Firma sichern. Auf der Insel wird er von dem Makler Freiberg (Nicolas Lansky) hingehalten, während ihn die attraktive Assistentin Cora Talheim (Sonja Kirchberger) sehr zuvorkommend umsorgt. Ravinskis ungutes Gefühl bestätigt sich, als sie ihm gesteht, dass sie für den Betrüger Freiberg nur den Lockvogel gespielt habe. Der Unternehmer ist jedoch von Coras Courage und ihrem Charme so angetan, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt. Es stört ihn auch nicht, dass sie sich als Callgirl entpuppt.

Zurück in München, lässt er nichts unversucht, um sie zu einem Wiedersehen zu überreden. Cora reagiert darauf sehr kühl, denn ihr Job hat sie sehr misstrauisch gegenüber den Männern und der Liebe gemacht. Erst als sie spürt, dass Ravinski es wirklich ernst meint, nimmt sie seinen spontanen Heiratsantrag an. Damit stößt Ravinski seine Kinder vor den Kopf. Beim Familientreffen bekommt die nicht standesgemäße Cora die eisige Verachtung seiner Tochter Hella (Julia Haacke) und ihres Mannes Jochen (Eckhard Preuß), Ravinskis Prokuristen, zu spüren. Auch Felix (Florian Fitz), der noch unter einem Drogenentzug leidet, und dessen Frau Elsa (Mira Gittner) sowie die beiden Hausangestellten Rosine (Heidy Forster) und Paul (Toni Berger) lehnen Cora ab. Nur Ravinskis Lieblingstochter, die burschikose Irene (Marita Marschall), schätzt Coras Wagemut und freundet sich mit ihr an.

Noch bevor Cora die Gelegenheit hat, sich mit der feindlichen Umgebung zu arrangieren, stirbt ihr geliebter Karl plötzlich an Herzversagen. Nun brechen die Konflikte hinter der heilen Fassade der erfolgreichen Familie offen aus. Hella und Jochen sorgen sich nur um ihr Erbteil. Der todkranke Felix bedroht Cora. Er weiß nicht, wohin er mit der schwangeren Elsa gehen soll, wenn Cora das ererbte Herrenhaus verkauft, um alles hinter sich zu lassen. Auch Rosine und Paul blicken in eine unsichere Zukunft. Während eines Ausritts mit Irene entgeht Cora nur knapp einem Mordanschlag. Kommissar Graf (Michele Oliveri) stößt bei den Ermittlungen auf düstere Geheimnisse und erhält unverhofft gleich zwei Mordgeständnisse – aber auch einen guten Grund, um trotzdem niemanden festzunehmen.

Mit über 50 Millionen Romanexemplaren schrieb die in München lebende Autorin Utta Danella (auch unter ihrem Pseudonym Sylvia Groth bekannt) das auflagenstärkste Oeuvre der deutschen Gegenwartsliteratur. Seit ihrem Debüt "Alle Sterne vom Himmel" (1956) sind es vor allem anspruchsvoll arrangierte Familiendramen aus gehobenen Kreisen, mit denen sie sich ihren Ruf als präzise Beobachterin und spannende Erzählerin erwarb. 1999 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Dem Drehbuchautor Rainer Boldt ("Nicht von schlechten Eltern", "Der Richter und das Mädchen") gelang eine sorgfältige und spannende Adaption, die auch für die beiden Hauptdarsteller eine Herausforderung war.

Spielfilm Deutschland 2000
Musik: Siggi Müller
Kamera: Peter Ambach
Buch: Rainer Boldt
Regie: Rainer Boldt

Darsteller: Cora Talheim - Sonja Kirchberger, Karl Ravinski - Peter Bongartz, Irene Ravinski - Marita Marschall, Hella Ravinski - Julia Haacke, Felix Ravinski - Florian Fitz, Jochen - Eckhard Preuß, Elsa - Mira Gittner, Rosine - Heidy Forster, Paul - Toni Berger - u.a.
Text & Screenshot: Das Erste